Bees in India

Mit der Produktion und dem Verkauf der Vajras wird der Bau von Bienenkästen und die Ausbildung weiterer indischer Imker unterstüzt.

Ein Bericht vom Imker Markus Horlacher

Apis cerana indica in Südindien

Mitte der 90er Jahre hatte mir ein Freund in Dharwar, im südwestindischen Staat Karnataka gezeigt, wie er wilde Bienenvölker in Magazine umsiedelt. Er fand sie unter Steinhaufen, in Nischen von Häusern, unter einer Motorhaube eines alten Autos oder einer Baumhöhle im Wald etc. Er schnitt die Waben der Völker aus dem Versteck und band sie mit Bananenbast in die Rahmen. Meistens bildeten dann die Bienen am ursprünglichen Platz eine Traube.

Diese schaufelte er von Hand aus dem Hohlraum und schlug sie in das bereitgestellte Magazin, das worin sich die Rahmen mit den Brutrahmen befanden. Er hiess mich auch einmal in die Traube hineinzugreifen. Ich hatte natürlich Angst vor Stichen, doch anstelle von Schmerz spürte ich die angenehme Wärme der Bienentraube. So wurde ich mit den Bienen bekannt gemacht und verlor die Angst vor ihnen. Wir hatten nie einen Schleier oder Handschuhe. Manchmal benutzten wir etwas Rauch, wozu getrockneter Kuhfladen oder Blätter angezündet wurde. Nachdem die meisten Bienen im Kasten waren, transportierten wir das Magazin bei Anbruch der Dunkelheit zum neuen Platz. 

Einige Jahre später siedelte ich nach Tiruvannamalai, das etwa 700 Km südöstlich von Dharwar im indischen Staat Tamil Nadu liegt, um. Dort hatte ein Bekannter ein Bienenvolk in der Abstellkammer entdeckt und mich gefragt, wie man sie in ein altes Magazin, das jemand einmal von Nordindien gebracht hatte, umsiedeln kann. Die Operation verlief erfolgreich und wir stellten den Kasten vor Ort im Garten auf.

Im nächsten Jahr brachte ich ein leeres Magazin aus Dharwar nach Tiruvannamalai. Ich entnahm dem Volk des Bekannten drei Brutwaben, hängte sie ins Magazin und transportierte es in der Mittagshitze auf dem Moped. Unterwegs wurden die Bienen plötzlich sehr unruhig. Hier im Süden ist es immer heiss und daher fallen die Waben auch bei einem geringen Stoss oft vom Rahmen.

Ich stellte das Magazin in meinen Garten und getraute mich nicht hineinzuschauen. Nach einigen Tagen bemerkte ich, dass das Magazin in der glühenden Sonne stand. Darauf stellte ich es einige Meter weiter weg unter einen Baum. Als nach einigen Tagen immer noch viele Bienen beim vorherigen Platz umherschwirrten, dämmerte es mir, dass man ein Bienenvolk nicht beliebig verstellen sollte. Mit der Zeit schien sich jedoch das Problem gelöst zu haben, denn nach etwa zwei Monaten konnte man einen emsigen Flugbetrieb am neuen Platz beobachten. Das veranlasste mich, endlich einmal den Deckel zu heben.

Auf der einen Seite des Magazinbodens befanden sich zusammengewachsene Wabenstücke, die Brut und Honig enthielten. Aus diesem Wabenhaufen hatten die Bienen nach aufwärts in den leeren Honigraum gebaut. Auf der anderen Seite entdeckte ich einige Waben, die ziemlich ordentlich in den Rahmen sassen.

Eines Morgens hörte ich ein lautes Summen, eilte zum Kasten und stellte fest, dass tausende Bienen davor umherschwirrten. Die Bienenwolke bewegte sich langsam vom Kasten weg und schliesslich bildete sich eine Traube an einem niederen Ast. „Das muss ein Schwarm sein“, dachte ich. Da ich nur wusste, wie man Völker durch Ausschneiden der Waben in eine andere Behausung umsiedelt, entnahm ich dem Magazin eine Honigwabe. Ich hielt sie an die Traube und versuchte, die Bienen ohne Erfolg auf die Wabe zu locken. Nach einigen Stunden flog der Schwarm davon.

Zwei Tage später schwärmten sie wieder. Dieses Mal gelang es mir, die Bienen in eine Kartonkiste zu stossen. Ich stellte sie an einen schattigen Ort, doch bald darauf zog auch der zweite Schwarm davon.

In den Ebenen von Tamil Nadu ist die Bienenhaltung vollkommen unbekannt. Honig wurde bis vor kurzem nur als Medizin und zu rituellen Zwecken verwendet. Er wird gewonnen, indem Nester der Apis dorsata und der Apis cerana indica zerstört und die Waben durch ein Tuch gepresst werden. In den Dörfern wird jedes entdeckte Nest als Wabenhonig verzehrt.

Nachdem der zweite Schwarm weggezogen war, kam mir in den Sinn, dass ich kein zweites Magazin gehabt hätte, um den Schwarm einzulogieren. Mit der Hilfe eines Zimmermannes stellte ich ein komplettes Magazin nach den Massen des alten Kastens aus Dharwar her und wartete auf einen Schwarm. Die Brutrahmen haben etwa das Format und die Grösse eines CH-Honigrahmens und die Honigrahmen die halbe Höhe.

Nach längerem vergeblichen Warten vernahm ich von meinem Freund aus Dharwar, dass Bienen nicht einfach irgendwann schwärmen. Das veranlasste mich, in der Bibliothek eines Ashrams ein Buch über Bienen zu suchen. Neben den spirituellen Werken fand ich schliesslich ein Büchlein, das in den 50er Jahren von jemandem geschrieben worden war, der in den Hügeln im Süden von Tamil Nadu Bienen gehalten hatte.

Es war April und der Sommer hatte schon lange angefangen. Meistens steigt der Thermometer schon am Morgen auf fast 40 Grad C. Der Lebensrhythmus verlangsamt sich und darum hatte ich Zeit, Bienenkästen zu basteln und das Büchlein zu studieren.

Als das Volk im kommenden Januar wieder schwärmte, war ich dieses Mal mit mehreren Magazinen bereit. Ich wusste nicht, dass Imker in Europa die Schwärme zuerst in den kühlen Keller stellen. Das Wissen hätte mir jedoch nichts genutzt, da es hier keine Keller gibt, und Kühle schon gar nicht. Es gelang mir, den ersten Schwarm direkt ins Magazin zu befördern. Ich stellte es in den Schatten, doch bald zogen die Bienen davon. Für den nächsten Schwarm hatte ich ein improvisiertes Königinnengitter an das Flugloch befestigt. Doch nach einer Stunde bemerkte ich etwas, das vielleicht auch ein Laie als „Brausen“ bezeichnen würde. Ich entfernte das Gitter und schon wieder zog ein Schwarm davon. Doch erstaunlicherweise blieb eine Gruppe im Kasten. Ich wusste damals noch nicht, dass Nachschwärme in seltenen Fällen zwei Königinnen haben können. Ich nahm einfach an, dass die Königin im Magazin geblieben war und befestigte das Königinnengitter erneut, um sie vom Wegfliegen zu hindern. Als ich von meinem Freund aus Dharwar erfuhr, dass die Königin eines Nachschwarms noch nicht befruchtet ist und sie nicht mit einem Gitter vom Hochzeitsflug abgehalten werden darf, war es schon zu spät.

In der Zwischenzeit hatte ich schon zwei andere Völker in Magazine transferiert, die bei Nachbarn an unerwünschten Stellen ihr Nest gebaut hatten. Für meinen nächsten Schwarm gab mir mein Freund den Tipp, ein Stück Wabe mit etwas Brut in den Kasten zu legen.

Als das nächste Volk schwärmte, entnahm ich zuerst dem Muttervolk eine Wabe mit etwas verdeckelter Brut und versicherte mich, dass keine Weiselzelle daran war. Diesen Rahmen hängte ich in ein leeres Magazin ein und stellte es auf den Boden in der Nähe der Bienentraube. Es gelang mir mehrmals, Teile des Schwarms mit der Hand zu fassen und in den Kasten zu werfen. Etwa nach 5 Minuten löste sich die restliche Traube vom Ast und die Bienen flogen in den Kasten. Nachdem alle hineingegangen waren, brachte ich den Kasten zum bereitgestellten Stand. Seither benutze ich immer diese Methode mit der Brutwabe und bis jetzt sind alle eingefangenen Schwärme geblieben.

Während sich die Völker entwickelten, stellte ich fest, dass viele Waben nicht in die Mitte des Rahmens gebaut wurden und eine Wabe oft an zwei Rahmen befestigt war. Ich hatte zwar die Masse des bee-space von Apis cerana indica, doch da in unserer Gegend noch niemand die Bienen erforscht oder gehalten hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als den Abstand zwischen den Waben bei dieser Unterart selbst ausfindig zu machen. Als sich das Mass allmählich einpendelte, beobachtete ich, dass sich die Waben am Rand des Magazines oft in die Nachbarrahmen hineinkrümmen. Ich erfuhr, dass in anderen Landesteilen Mittelwände für Apis cerana indica hergestellt werden. Ich bestellte eine Lieferung und fügte sie in die Rahmen ein. Die Bienen bauten jedoch nicht darauf. Ich liess mir Mittelwände eines anderen Herstellers zustellen. Diese nahmen die Bienen schliesslich an, doch leider musste ich später feststellen, dass die Völker nur noch Drohnen hervorbrachten. Ich hatte schon gelesen, dass die Zellengrösse der Apis cerana indica von Gegend zu Gegend unterschiedlich sein kann. Nun benutze ich die Mittelwände ausschliesslich für die Honigwaben. An die Brutrahmen löte ich nur einen Anfangsstreifen der Mittelwand. Die Bienen bauen seither gerade Waben, und die Drohnen- und Arbeiterinnenzellen nach ihrem Bedürfnis.

Für die nächste Schwarmzeit hatte ich schon mehr als 10 neue Magazine gezimmert. Ich stellte die Kästen einzeln im Garten und um das Haus auf. Das erwies sich mit der Zeit als arbeitsintensiv, zumal jedes Magazin einen Sonnenschutz brauchte. Bei einem Besuch im Tessin hatte ich gesehen, wie Dadant Magazine in einer Reihe auf zwei an Sockel befestigten Stahlröhren aufgestellt wurden. Nach diesem Muster mauerte ich zwei parallele Röhrenpaare auf Sockel, die im Wasser stehen. Das Wasser soll die Ameisen fernhalten. Über den Standort errichteten wir ein Dachgestell, das aus mit Kokosschnüren zusammengebundenen Bambusstangen besteht. Darauf wurden Wellbleche befestigt, die die Kästen beschatten und vor Regen schützen.

In der Schwarmzeit gelang es mir, das „Bienenhaus“ mit Ablegern und Schwärmen fast zu füllen. Doch obwohl der Abstand zwischen den Magazinen fast einem Meter betrug, habe ich mindestens zwei Mal beobachtet, dass die Königin bei der Rückkehr vom Hochzeitsflug in einen falschen Kasten flog. Ich kann die Hochzeitsflüge oft beobachten, weil anscheinend die Begattung der Königin direkt über meinem Garten stattfindet. Als ich dieses Phänomen zum ersten Mal beobachtete, dachte ich, es sei ein Schwarm ausgezogen. Es war jedoch schon etwa 17 Uhr. Beim genauen Hinsehen und -hören wurde klar, dass es sich um Drohnen handelte. Sie flogen auch höher als ein Schwarm. Manchmal heften sich etwa ein Dutzend Drohnen einen kurzen Augenblick lang an die fliegende Königin. Vielleicht gibt es hier keine eigentlichen Drohnensammelplätze. Es kann sein, dass die Paarung in der Luft in der Nähe des Volkes stattfindet. Ich beobachte dieses Schwirren von Drohnen jedoch manchmal auch, wenn alle Völker im Garten schon eine begattete Königin haben. 

In der darauffolgenden Saison war das Einfangen der Schwärme schon Routine. Am Tag, an dem der Vorschwarm ausflog, teilte ich das restliche Volk sofort in Ableger auf. Manchmal stellte ich den Brutraum des abgeschwärmten Volks an einen anderen Platz. Den eingefangenen Schwarm im Magazin mit der Brutwabe kam an den alten Ort und die Honigzargen wurden darauf gestellt. So ein Schwarm sammelt und baut sehr emsig, da alle Flugbienen von den Ablegern zum alten Standort zurückfliegen. Nun waren mein Bienenhaus und alle freistehenden Kästen zum ersten Mal ganz besetzt und ich war stolzer Vater von 16 Bienenvölkern.

Zwei Monate nach dem Schwärmen waren alle 16 Völker weiselrichtig. Da es hier im Sommer kaum Tracht hat und die Bienen in die Sommerruhe gehen, konnte ich sie mit gutem Gewissen einige Monate alleine lassen und verreisen.

Als ich Ende August zurückkam, konnte ich wie üblich in dieser Jahreszeit nur wenig Flugbetrieb beobachten. Doch beim genauen Hinsehen entdeckte ich, dass sich in einigen Kästen nur noch leere Waben mit Wachsmotten befanden. Bei den restlichen Völkern hatte es Löcher an den Brutdeckeln. Nach etwa 14 Tagen war keine lebende Biene mehr in den Kästen. Das totale Bienensterben, 100% Ausfall. Allem Anschein nach litten die Bienen am gefürchteten Thai-sac brood-virus. Diese Krankheit soll von Europa eingeschleppt worden sein. Sie soll für die europäische Biene harmlos sein.

Ich liess die Kästen stehen, wie und wo sie waren und genoss die Freiheit, nicht mehr auf Schwärme warten zu müssen.

In den verlassenen Kästen lebten einige Generationen Wachsmotten, bis kein Wachs mehr übrig war.

Im kommenden Januar bemerkte ich, dass bei einem dieser von Wachsmotten ausgeräumten Kästen Bienen ein- und ausflogen. Beim Öffnen zeigte sich, dass ein Volk Waben an die Unterseite des Deckels gebaut hatte, das wir bald in die Rahmen des Magazins transferierten.

Diese Erfahrung veranlasste mich, den Boden der übrigen Kästen etwas zu säubern und Mittelwandstreifen in die Rahmen zu löten. In den folgenden Schwarmzeiten zog jedes Mal mindestens ein Volk in den einen oder anderen Kasten ein. Sie bauten nicht mehr unter dem Deckel, sondern genau in die Rahmen entlang des Streifens. Sie zogen fast ausschliesslich nur in alte Kästen ein, die Wachsmotten gereinigt hatten. Mein Interesse an den Bienen erwachte wieder. Ich fing Schwärme ein und machte Ableger. Seit zwei Jahren kann ich wieder Honig ernten.

Ich konnte auch einige Jungvölker im Garten des Ramanashram aufstellen, in dessen Umgebung sich neben den einheimischen auch viele andere Baum- und Straucharten befinden. In diesem Park hatte ich schon seit zehn Jahren zwei Völker, bei denen ich ausser dem Ernten des Honigs und dem Schützen vor den wilden Affen nichts unternahm. Etwa acht Jahre lang hatte ich nie in den Brutraum geschaut. Erst dieses Jahr entfernte ich nach dem Schwärmen einige alte Brutwaben. Beim Öffnen des Kastens kamen sehr stabile, alte Brutwaben mit einem Schimmer neueren Wachses an den Zellrändern zum Vorschein. Ich entnahm vier alte Waben, die ich durch leere Rahmen mit Mittelwandstreifen ersetzte. Einige Waben waren ziemlich breit. Auf dem Grund der Zellen befand sich eine mehr als 5 mm dicke Ablagerung von alten Madenhäuten. Die Zellen schienen jedoch nicht enger zu sein; sie waren verlängert, so dass es trotz der Ablagerung auf dem Zellboden noch genug Platz für die jungen Bienen hatte. Zwei Waben waren von den Bienen teilweise abgetragen worden. Ich hatte schon früher beobachtet, wie Völker manchmal alte Waben teilweise abbauen. Das deutet darauf hin, dass sich die Bienen in einem alten Brutnest selbst etwas Platz schaffen können, indem sie eine Wabe teilweise abbauen und die Zellen der Nachbarwaben verlängern.

Zwei Tage nach diesem Eingriff waren jedoch keine Bienen mehr im Magazin. In den Brutwaben befand sich an Stelle von Brut Honig, doch in vielen leeren Zellen war ein Ei. Es muss demnach eine befruchtete Königin vorhanden gewesen sein. Wenn sie beim Eingriff abhandengekommen wäre, hätten die Bienen Nachschaffungszellen ziehen können. Ich hatte schon einige Male beobachtet, dass ein Volk mit kümmerlicher, ungesund erscheinender Brut, oder mit ganz alten Waben, aus dem Kasten ausgezogen war. Normalerweise flog es weit weg, doch einmal zogen die Bienen in ein etwa 30 Meter entferntes Magazin ein, dessen Volk einige Monate vorher gestorben war. Sie bauten sofort auf den noch vorhanden Mittelwandstreifen, welche von Wachsmotten vom Wachs der alten Waben „gereinigt“ worden waren. Das erinnert mich an die europäischen Imker, die ein Volk mit von Brutkrankheiten infizierten Waben in einen sauberen Kasten mit neuen Mittelwänden umsiedeln.

Die Apis cerana indica ist mit den Apis mellifera Arten fast identisch. Sie wohnen im Dunkeln und bauen parallele Waben. Die Entwicklungs- und Zeitenstadien vom Ei bis zum Schlüpfen der Königin, Arbeiterin oder Drohne soll in jeder Beziehung genau gleich sein. Die indischen Bienen und Völker sind jedoch kleiner und produzieren demgemäss weniger Honig.

Das Verhalten der beiden ist sehr ähnlich. Die indischen Bienen verteidigen ihr Nest bei einem Eingriff genauso mit schmerzhaften Stichen wie die europäischen Völker. Wenn der Kasten nicht gerade geöffnet worden war, greifen sie jedoch Personen, die sich in mehr als zwei Meter Entfernung vor dem Flugloch bewegen, kaum an.

Ein Volk der südindischen Biene bildet zwar keine Wintertraube, doch in der heissen, trachtlosen Jahreszeit von Juni bis September stellen sie das Brüten fast ein und ernähren sich vom eingelagerten Honig. Die Energie brauchen sie zum Kühlen und zum Eintragen von Wasser. Wenn nach einem seltenen Regen Kakteen und Büsche erblühen, können sie diese Tracht meistens nutzen. Während eines aussergewöhnlichen Sommers mit mehreren starken Regengüssen ist sogar einmal der Schwarmtrieb ausserhalb der üblichen Saison erwacht. In der eigentlichen Regenzeit im November und Dezember blühen fast keine Pflanzen, die Honigvorräte gehen zu Ende und schwache Völker können verhungern. Wenn diese gefüttert werden, ziehen sie oft am darauffolgenden Tag aus. Nach dem Regen beginnt mit der Palmenblüte eine Periode von unterschiedlichsten, vereinzelt auch landwirtschaftlichen Trachten bis Anfang Mai, wobei die Schwarmzeit etwa von Januar bis März dauert.

Aus der ganzen Welt gibt es Berichte über die nachteiligen Auswirkungen der Ausstrahlung von Senderantennen auf die Bienen. Als ich mit der Bienenhaltung anfing, gab es noch keine drahtlosen Telefone hier. Heute befinden sich in der nächsten Umgebung viele Telefonsenderanlagen, doch die Völker haben sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt.

Die Apis cerana indica ist, ausser zu Versuchszwecken, noch nie gezüchtet oder gegen Krankheiten behandelt worden. Sie ist vollkommen resistent gegen die Varroamilbe, die sich vor etwa 25 Jahren aus Asien nach Europa ausgebreitet hatte. Der Sackbrut-Virus soll etwa zur gleichen Zeit mit aus Europa eingeführten Völkern in die Fusshügel des Himalaya eingeschleppt worden sein. Er hatte zwar gebietsweise ein massives Bienensterben verursacht, doch die indischen Bienen scheinen eine Resistenz entwickelt zu haben. Diese Fähigkeit, Immunität gegen neue Pathogene oder Parasiten zu erwerben, wird den europäischen Immen durch Zucht und intensive Vorbeugemassnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge wahrscheinlich erschwert.

Markus Horlacher, 2011